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Wartung und Instandhaltung von technischen Objekten in der Industrie

Technische Anlagen können nur dann ihren Zweck erfüllen und gefahrlos genutzt werden, wenn sie sich in einem einwandfreien Betriebszustand befinden. Insbesondere bei Anlagen, deren Zweck in der Gefahrenabwehr liegt, wie beispielsweise bei Brandschutzanlagen, ist der ordnungsgemäße Zustand überlebenswichtig. So sieht das auch der Gesetzgeber. Er setzt für technische Anlagen und Objekte im industriellen Bereich bestimmte Maßnahmen voraus, um solche Anlagen in einem jederzeit betriebsfähigen Zustand zu halten. Hier spielen vor allem Wartung, Instandhaltung und Inspektion eine Rolle.

Was bedeutet jeder einzelne Fachbegriff in dieser Reihe? Welche Verantwortung kommt Unternehmen in diesem Zusammenhang zu und wie lassen sich Wartungsarbeiten sowie andere Maßnahmen professionell organisieren?

Was versteht man unter Instandhaltung und welche Maßnahmen zählen dazu?

Instandhaltung ist ihrer Definition nach auf eine ganze Reihe von technischen und administrativen Maßnahmen gerichtet. Diese dienen alle dem Zweck, den Erhalt oder die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit technischer Objekte zu gewährleisten.

Laienhaft werden die Fachbegriffe Wartung, Instandhaltung, Instandsetzung und Inspektion häufig miteinander vermischt oder untereinander gleichgesetzt. Diese Begriffe entsprechen sich jedoch formal nicht. Mit Blick auf DIN 31051 und DIN EN 13306 ist die Instandhaltung der Oberbegriff für alle weiteren Maßnahmen in diesem Bereich. Die Definition der Instandhaltung umfasst einige weitere Teildefinitionen und Fachbegriffe. In der DIN EN 13306 werden Maßnahmenbereiche im Zusammenhang mit Instandhaltung beschrieben. Die DIN 31051 kennt diese 5 Untergliederungen der Instandhaltung in der Definition:

  • Wartung
  • Inspektion
  • Instandsetzung
  • Verbesserung
  • Schwachstellenanalyse

Was ist eine Wartung?

Wartung Definition

Die Wartung umfasst alle Maßnahmen, die der Bewahrung des Sollzustandes einer Anlage oder eines technischen Objekts dienen.

Schaut man sich Wartung und Instandhaltung näher an, dann ist die Wartung ein Teilbereich der Instandhaltung. Wartungsarbeiten haben damit einen präventiven Aspekt , weil durch sie die Funktionsfähigkeit eines Objektes für die Zukunft möglichst lange erhalten bleiben soll. Nach DIN 31051 umfasst die Wartung Maßnahmen zur Verzögerung der Abnutzung. Bei der Wartung kann die Definition auch an den damit verbundenen Aktivitäten anknüpfen. Von den Tätigkeiten aus betrachtet geht es bei der Wartung beispielsweise um

  • Nachstellen
  • Reinigen
  • Auswechseln
  • Auslösen
  • Protokollieren.

Wartung ist nach Definition vor allem auf einen möglichst langen störungsfreien Betrieb ausgerichtet. Viele Gesetze messen diesem Teil der Instandhaltungsarbeiten besonders große Bedeutung zu, da die Wartung einen vorbeugenden und vorausschauenden Hintergrund hat. Außerdem dient Wartung in besonderem Maß der Fürsorge gegenüber Menschen und Maschinen.

Welche Arten der Wartung gibt es?

Es werden 5 Arten der Wartung unterschieden:

  1. korrigierende Wartung
  2. vorbeugende Wartung
  3. vorausschauende Wartung
  4. systematische vorbeugende Wartung
  5. bedingte vorbeugende Wartung

Oft bezieht sich diese Unterscheidung der Wartungsarbeiten aber eher auf den gesamten Bereich der Instandhaltung. Was exakt bei einer Wartung wann gemacht werden muss, richtet sich sehr individuell nach der Art der Anlage sowie den Herstellerangaben. Man kann deshalb die Wartung auch so unterscheiden: Wartung

  • nach Herstellerangaben
  • nach eigener Vorgabe im Unternehmen

Was bedeutet präventive Wartung?

In manchen Fällen hat man es mit dem Begriff "präventive Wartung" zu tun. Sie hat noch einen stärker betonten vorbeugenden Aspekt als die typische Wartung. Der Wartungsarbeiter wird dabei eine Wahrscheinlichkeit bestimmen, um sagen zu können, wann welche Einheit eines technischen Objekts aller Voraussicht und Erfahrung nach ausfallen wird. Die Wartungsintervalle werden auf diese möglichen Wahrscheinlichkeiten ausgerichtet.

Was ist eine Schwachstellenanalyse?

Eine Schwachstellenanalyse deckt ähnlich der präventiven Wartung Ausfallrisiken von Maschinen und Anlagen auf, wobei die Schwachstellenanalyse sich auf bereits existierende, manifeste Schwachstellen bezieht. Dagegen soll präventive Wartung etwas früher ansetzen, bevor sich die Schwachstelle manifestiert. Die Grenzen zwischen beiden Maßnahmebereichen können in der Praxis fließend sein. Ob der Abgrenzungsbegriff präventive Wartung Sinn macht, ist zweifelhaft, da die Wartung der Definition nach stets vorbeugend und damit präventiv gemeint ist.

Warum zählt die Wartung zu den vorbeugenden Instandhaltungsmaßnahmen?

Da es um die Bewahrung eines Soll-Zustandes geht, zielt die Wartung auf Vorbeugung ab.

Ist Reinigung eine Instandhaltung?

Reinigungsarbeiten zählen zum Bereich der Wartung und damit auch zur Instandhaltung.

Wo liegt der Unterschied zwischen Wartung und Inspektion?

Auch die Inspektion ist ein Teilbereich der Instandhaltung. Hier geht es darum, strukturiert festzustellen, in welchem Zustand ein technisches Objekt oder eine technische Anlage sich aktuell befinden. Die Inspektion richtet sich auf die Feststellung des Ist-Zustandes. Es handelt sich um eine Konformitätsprüfung. Unter anderem prüft, zählt, misst, analysiert und dokumentiert man mit einer Inspektion.

Was ist Instandsetzung und was sind Instandsetzungsarbeiten?

Die Instandsetzung ist grundsätzlich e i n e mögliche Maßnahme der Instandhaltung. Mit der Instandsetzung wird der Soll-Zustand einer technischen Anlage oder eines technischen Objektes wiederhergestellt. Hier kann es zum Beispiel um Reparieren, Einstellen, Austauschen, Auslösen oder Protokollieren gehen.

Was ist der Unterschied zwischen Instandhaltung und Instandsetzung?

Instandsetzung ist ein Teilbereich der Instandhaltung. Instandsetzungsarbeiten sind die konkreten Maßnahmen der Instandsetzung.

Auch hier werden wieder Begriffe nebeneinander und teilweise als Synonyme benutzt.

Weitere Begriffe können zum Thema Instandhaltung eine Rolle spielen. Beispielsweise wird häufig von Instandhaltungsarbeiten gesprochen. In aller Regel sind hier Instandsetzungsarbeiten gemeint. Man kann so aber auch die gesamten Maßnahmen im Rahmen der Instandhaltung beschreiben.

Es ist wichtig, die jeweils geltenden Anforderungen für die eigenen Anlagen an eine Wartung und ihre Definition zu kennen. Auch der Unterschied zwischen Wartung und Inspektion ist nicht unerheblich. Es lohnt sich deshalb, sich im Detail mit Instandhaltung und der Definition der Teilbereiche zu befassen.

Was ist ein Instandhalter?

Der Begriff Instandhalter bezeichnet unter anderem eine Berufsgruppe, die sich professionell mit der Instandhaltung beschäftigt. Instandhalter können etwa Ingenieure, Techniker und Angehörige anderer Berufsgruppen sein, die im Zusammenhang mit der praktischen Durchführung von Instandhaltungsmaßnahmen stehen. Sie können je nach spezifischem Aufgabenfeld warten, eine Inspektion durchführen oder eine Instandsetzung vornehmen. Häufig sind Instandhalter auf die Instandsetzung bestimmter technischer Objekte und Anlagen auch einzelner Hersteller spezialisiert. Instandhalter kann auch ein bestimmter Mitarbeiter im Unternehmen sein, der mit Wartungsarbeiten und anderen Instandhaltungsmaßnahmen betraut wird. Außerdem kann auch der Betreiber einer Anlage als Instandhalter im Sinne der Verantwortlichkeit angesprochen sein.

Rechtliche Grundlagen der Instandhaltung und Wartung

In DIN 31051 und DIN EN 13306 finden sich vor allem allgemeine Grundlagen und Definitionen zur Instandhaltung.

Welche Gesetze sehen noch vor, dass man Warten und Instand halten bzw. eine Inspektion machen muss?

Regelmäßige Wartung von Maschinen und Anlagen: Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)

Neben Vorschriften für spezielle Anlagentypen sieht vor allem die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) die Arbeitgeber in der Pflicht, Maschinen und Anlagen regelmäßig zu warten. Maschinen und Anlagen stellen Arbeitsmittel dar, deren Sicherheit und Funktionsfähigkeit dem Schutz der Arbeitnehmer und der Allgemeinheit dienen. § 2 Abs.1 BetrSichV definiert die Arbeitsmittel. Die BetrSichV gibt Arbeitgebern mit § 10 die grundsätzliche Pflicht auf, notwendige Instandhaltungsmaßnahmen unverzüglich - ohne schuldhaftes Zögern - durchzuführen. Dabei werden auch bestimmte Regeln für den Ablauf von Wartung und Instandhaltung vorgeschrieben.

Ein Wartungsplan für Feuerlöscher sollte vorliegen

Besteht für ein Unternehmen Feuerlöscherpflicht - was im gewerblichen Bereich die Regel ist - muss jeweils nach 2 Jahren der Feuerlöscher gewartet werden. Jedoch legen verschiedene landesrechtliche Regelungen zum Teil kürzere Intervalle für Wartungsarbeiten fest. Werden in diesem Zusammenhang professionelle Dienstleister als Instandhalter beauftragt, kennen diese die jeweils geltenden Regelungen am Standort. Definitiv sollte für Feuerlöscher ein Wartungsplan im Unternehmen vorliegen.

Brandschutz: Wartung von Feuermeldern, Brandschutztüren und -Toren

Der Brandschutz ist ein Bereich, in dem die Wartung vom Gesetzgeber sehr ernst genommen wird. Für Brandmeldeanlagen legt die DIN 14675 jährliche Wartungsintervalle fest. Bei Brandschutztüren und -toren ist die Wartungspflicht nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Funktionsfähigkeit dieser Einrichtungen Teil ihrer Zulassung ist. Deshalb sehen die Hersteller Prüf- und Wartungsanleitungen mit jährlicher Wartung vor. Außerdem muss hier die Vorschrift ASR 1.7, Punkt 10.1 (3) sowie (4) - Prüfung von Brandschutztüren - in den technischen Regeln für Arbeitsstätten beachtet werden.

Aufzugwartung: Regelmäßige Wartung und Prüfung von Aufzügen

Aufzüge sind überwachungsbedürftige Anlagen im Sinne von § 2 Nummer 30 ProdSG (Produktsicherheitsgesetz). Aus der BetrSichV folgen Anforderungen an die regelmäßige Wartung und Prüfung, die durch TÜV-Plakette bestätigt werden .

Andere Rechtsgrundlagen für eine regelmäßige Wartung

Wartungspflichten können sich in vielen weiteren rechtlichen Bereichen wie beispielsweise aus Vorschriften der gesetzlichen Unfallversicherung, aus der Arbeitsstättenverordnung sowie aus Herstelleranleitungen ergeben.

Was bedeutet Betreiberhaftung? – Haftung, Kontrollorgane und Instandhaltungskosten

Als Unternehmer sind die Themen Wartung und Instandhaltung für Sie nicht nur lästige Pflichten. Die Nichtbeachtung der Wartung und die Nichtdurchführung von Instandhaltungsarbeiten können rechtliche Folgen haben. Grundsätzlich unterliegen Unternehmer, die Anlagen und technische Objekte betreiben, der Betreiberhaftung. Damit ist der Unternehmer für alle Gefahren und Schäden verantwortlich, die aus einer mangelnden Funktionsfähigkeit von technischen Anlagen resultieren können. Betreiber können sich jedoch über die ordnungsgemäße Erfüllung von Instandhaltungsmaßnahmen teilweise von der Haftung entlasten.

Obacht ist geboten, wenn Anlagen vom Hersteller als wartungsarm oder wartungsfrei beschrieben werden. Wartungsfreiheit bedeutet nicht, dass nicht von gesetzlicher Seite eine Wartung vorgeschrieben sein kann.

Auch bei der Frage, wer als Instandhalter handeln soll und damit die Maßnahmen praktisch durchführen darf, müssen Unternehmen aufmerksam bleiben. In manchen Fallkonstellationen und im Rahmen einiger Wartungsvorschriften können ausgebildete Mitarbeiter des Betriebes tätig werden. In anderen Fällen müssen Experten von extern im Rahmen einer Dienstleistung die Wartungsarbeiten durchführen, die eine ganz spezifische Qualifikation und teilweise amtliche Prüfbefugnis haben. Ähnliches wie für den Instandhalter gilt für die Durchführung einer Instandsetzung. In vielen Fällen kann eine Instandsetzung nur über eine Beauftragung des Herstellers oder externer Fachdienstleister durchgeführt werden. Verantwortlich dafür, den Instandhalter von extern zu beauftragen oder die Instandsetzung durchführen zu lassen, bleibt immer der Betreiber der Anlage. Das macht intern zuverlässige und gut dokumentierte Pläne zur Wartung sowie Instandsetzung so wichtig für jedes Unternehmen.

Wer prüft, ob Wartungen und andere Instandhaltungsarbeiten durchgeführt wurden?

Betreiber von technischen Anlagen müssen mit amtlichen Kontrollen rechnen. Für die Kontrollen sind in der Regel bestimmte Aufsichtsbehörden zuständig. Im Bereich Arbeitssicherheit ist das beispielsweise unter anderem die Bundesanstalt für Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin. Intern im Unternehmen sollte eine Kontrollstruktur für die Durchführung von Wartungsarbeiten ebenfalls eingeführt werden. Hier würde eine Führungskraft die ausführenden Mitarbeiter kontrollieren und sicherstellen, dass Instandhaltung und Instandsetzung auch tatsächlich ausgeführt werden.

Was zählt zu den Instandhaltungskosten? Was fällt alles unter Instandhaltungskosten?

Hier geht es um Kosten, die für den Erhalt der Betriebsmittel - für die Instandhaltung - aufgewendet werden. Das umfasst alle Kosten, die Betriebsmittel in einem einsatzfähigen Zustand halten. Es können Fremdinstandhaltungskosten und Eigeninstandhaltungskosten unterschieden werden.

Nicht zu den Instandhaltungskosten zählen umfangreiche Reparaturen. Eine mögliche Abgrenzung zu Instandsetzungskosten spielt vor allem steuerrechtlich eine Rolle, da Instandhaltungskosten als Betriebsausgaben abzugsfähiger Erhaltungsaufwand sind. Instandsetzungskosten bilden dagegen Herstellungsaufwand, der steuerlich abgeschrieben werden muss.

Organisation von Wartung und anderen Instandhaltungsmaßnahmen im Unternehmen

Unternehmen müssen jederzeit ihre Maßnahmen im Bereich der Instandhaltung und Wartungsarbeiten nachweisen können. Das erfordert einen hohen Organisationsgrad im Unternehmen rund um Instandhaltungsarbeiten neben effektiver interner Kontrolle. Auch eine mögliche Instandsetzung sollte umfassend und nachvollziehbar dokumentiert werden. Das gilt nicht nur für überwachungsbedürftige Anlagen. Die regelmäßige Wartung schützt auch die Maschinen und Anlagen. Sie trägt zur Werterhaltung und Lebensdauer bei. Zur Einhaltung von Wartungsintervallen ist ein interner Wartungsplan sinnvoll.

Was ist ein Wartungsplan?

Der Begriff Wartungsplan wird in zwei Richtungen verstanden: Zum einen geht es hier um den Serviceplan oder Wartungsplan nach Anweisung des Herstellers der Anlage. Darin wird beschrieben, was in der Wartung im Wartungsintervall regelmäßig gemacht werden muss. Unter Umständen auch zum Erhalt der Händlergarantie. Daneben kann ein Wartungsplan sich auch darauf beziehen, dass im Unternehmen eine Organisations- und Dokumentationsstruktur aufgebaut wird, um vor allem den gesetzlichen Wartungspflichten nachzukommen. Dann werden im Wartungsplan für das gesamte Unternehmen alle geplanten Wartungs- und Inspektionsmaßnahmen, die an technischen Anlagen und Geräten durchgeführt werden müssen, zentral erfasst.

In wessen Verantwortung liegt die Wartung in einem Unternehmen?

Verantwortlich für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften ist die Betriebsführung. In der praktischen Durchführung werden Wartungsarbeiten speziell ausgebildeten Mitarbeitern im Betrieb und je nach Sachlage externen Dienstleistern übertragen.

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